BNetzA: Ausschreibungsergebnisse für Onshore-Wind

Die BNetzA hat gestern die Zuschläge der dritten Ausschreibung für Onshore-Windenergie erteilt. Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt laut Behörde bei 3,8 Cent/kWh. Die Ausschreibung war erneut deutlich überzeichnet, bei einem Ausschreibungsvolumen von 1.000 MW wurden 210 Gebote mit einem Volumen von 2.591 MW abgegeben, so die BNetzA weiter. Schließlich wurde 61 Geboten mit einem Gebotsumfang von 1.000,4 MW der Zuschlag erteilt.

Mit 89% der eingereichten Gebotsmenge waren Bürgerenergiegesellschaften auch bei dieser Ausschreibung besonders stark vertreten. Im Ergebnis entfallen 98% der Zuschläge (60 Zuschläge), bzw. 99,2% des Zuschlagsvolumens auf Bürgerenergiegesellschaften. Diese Ausschreibungsrunde war von Geboten ohne Genehmigung geprägt, resümiert die BNetzA. In den ersten beiden Ausschreibungen für Onshore-Windenergie im Jahr 2018 sei für eine Teilnahme das Vorliegen einer Genehmigung zwingend erforderlich.

Die einzelnen Zuschläge wurden von der BNetzA veröffentlicht unter: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/Ausschreibungen/Wind_Onshore/Gebotstermin_01_11_2017/Gebotstermin_01_11_17_node.html

DIGITALISIERUNG BRINGT VERTRIEB UNTER DRUCK

Diesen Standpunkt vertrat Oliver Bolay, Geschäftsführer des Energievertriebs E-wie-Einfach, auf der Jahrestagung des Bundesverbands der Energiemarktdienstleister (BEMD) in Dortmund. "Der klassische Strom- und Gasvertrieb wird in drei Jahren nicht mehr funktionieren", prognostizierte Bolay. Dazu skizzierte er eine Reihe von "Druckpunkten des Marktes", mit denen Vertriebe konfrontiert sind.

Konkurrenzdruck wächst

So hätten sich etwa Vergleichsportale zu sehr mächtigen Playern entwickelt, "die Energieversorgern teilweise diktieren, wie Produkte zu gestalten sind und mit Provisionen an die Tür klopfen". Als weitere Herausforderung für den klassischen Energievertrieb nannte er etwa Mieterstrommodelle. Der Smart-Meter-Rollout werde deshalb zum Teil auch in den Händen von Wohnungsgesellschaften liegen. Aufseiten der Kunden rücke der Energieliefervertrag in der Wahrnehmung durch Boni wie Tablet-Computer oder Handys zunehmend in den Hintergrund. Automatisierte Wechselservice-Angebote sorgen dafür, dass viele Kunden nicht länger als ein Jahr bei einem Vertrag bleiben. Die Quote solcher "Wechsler" liege bei 42 Prozent, die der "Wiederwechsler" bei 21 Prozent.

Interne Prozesse werden komplexer

Um den veränderten Kundenansprüchen gerecht zu werden, müssten Anbieter auch ihre internen Prozesse auf den Prüfstand stellen, so Bolay weiter. So müssten etwa die Abrechnungssysteme generell mit vielen weiteren IT-Systemen verknüpft werden. Dadurch entstehe auf der Anbieterseite eine Komplexität, die vor dem Kunden verborgen bleiben müsse. Nicht zuletzt werde spannend, wie Smart Meter künftig in diese Systeme integriert werden. Für die neuen Anforderungen werde es keine einzelne IT-Lösung geben, so Bolay. Zudem werde sich die Branche stärker mit Datenschutzanforderungen aus der Politik beschäftigen müssen. Schlussendlich setze die Gemengelage die Margen der Energievertriebe unter Druck.

Dennoch gelte es, den Wandel als Chance zu begreifen. Auch weil die Technologie trotz steigender Komplexität immer günstiger werde, könnten Unternehmen über Digitalisierung und Automatisierung Kosten sparen. Allerdings brauche die Branche mehr Flexibilität und Kooperationen sowohl untereinander als auch mit IT-Unternehmen, um gemeinsam sinnvolle Geschäftsmodelle zu bauen. "Jeder von uns muss offen genug sein, das zu sehen", so Bolay. /pa 


Quelle: energate

BEMD - Jahreskongress 2017 - 8.-9.November 2017, Dortmund - Spielbank Hohensyburg

Der Kostendruck auf die Energiewirtschaft hat im laufenden Jahr nochmal zugenommen.
Die Vertriebs- bzw. Lieferantenseite reagiert darauf mit einer großen Vielfalt an neuen Produkten und Dienstleistungen.

Außerdem arbeitet sie massiv an der Digitalisierung der Kunden- und Belieferungsprozesse und
bereitet sich auf eine Smart Metering-basierte dynamische Abrechnung vor.

Die Netzseite hingegen sieht sich immer stärker gezwungen, entweder im Substanzbetrieb weiter Kosten einzusparen, oder aber neue, hoffentlich ertragswirksame Geschäftsfelder aufzubauen.

Ein ausführlicheres Programm des BEMD-Jahreskongresses 2017 finden Sie auf der folgenden Seite:

http://www.bemd.de/jahreskongress/

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