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Erfahren Sie mehr über die PALMER AG
und alle wichtigen Themen der Energiewirtschaft

Blink. Blink. Blink. Alle Autoren, ob Amateur oder Profi, Neuling oder alter Hase, kennen und fürchten es, wenn einen der blinkende Cursor auf dem leeren Bildschirm beinahe verhöhnt. Und am schlimmsten ist dieses Erlebnis für uns, wenn wir versuchen, einen Artikel zu schreiben, der unsere Leser anspricht.

Palmer Gruppe auf der beegy CONNECT vertreten

Mit einem eigenen Stand war die Palmer Gruppe bei der zweiten beegy CONNECT in Mannheim vertreten. Die Palmer Gruppe betreibt gemeinsam mit der MVV-Tochter beegy GmbH die Beegy Operations.

Unter dem Motto „energy e-motion“ erlebten über 100 Branchenvertreter, unter ihnen auch Patrick Müller und Mathias Schmidt von der Palmer Gruppe, spannende Vorträge und eine interaktive Ausstellung an der Schnittstelle zwischen Energiebranche und Elektromobilität. Highlight des Events war die Live-Demonstration der Ladesteuerung HERMINE, die an diesem Tag Premiere feierte. Herzstück von HERMINE ist der „OCC“, der von beegy entwickelte mathematische Optimierungskern, „Optimization and Calculation Core“. Dieser beinhaltet die Datenbank, den Berechnungsalgorithmus und die Schnittstelle zu allen beegy-Systemen. Letztendlich werden auf dieser Basis optimierte Steuerbefehle, Prognosen oder Handelsmengen generiert. Konkret kann Elektrofahrzeug durch HERMINE eigenverbrauchsoptimiert geladen wurde. Beim Verbinden des Fahrzeugs mit der Ladestation erhält der Benutzer eine Benachrichtigung auf das Smartphone, dass der intelligente Ladevorgang gestartet werden kann. Von dieser Push-Nachricht für den Anwender über die individuellen Einstellungen in der App, bis wann z.B. das Elektroauto geladen werden soll, bis hin zur Visualisierung der Kosten- und CO2-Einsparung – der gesamte Ladeprozess kann mitverfolgt werden. Ein weiteres Feature von HERMINE: über die Sprachsteuerung Alexa kann das System komfortabel bedient werden.

Dr. Martin Sommer von e.GO stellte in seiner Keynote die essentielle Frage, wie ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden kann, sodass Elektromobilität für jeden nutzbar ist. Als Antwort auf die steigende Emission in den Städten gelten preislich attraktive E-Kleinfahrzeuge für den innerstädtischen Verkehr. Bezahlbarkeit ist hier neben dem ökologischen Nutzen ein wichtiger Faktor, da erst so der Zugang für die breite Masse ermöglicht wird. Dr. Sommer erklärte demnach: „Das Ziel von e.GO ist, das günstigste Elektroauto per se anbieten zu können.“  
Zur Förderung der urbanen Mobilität führte er weitere Fahrzeugkonzepte auf. Nicht nur der private Besitz von Elektroautos müsse angestrebt werden, sondern auch bezahlbare E-Flottenfahrzeuge für Serviceanbieter sowie autonom fahrende E-Kleinbusse. 

BEEGY OPTIMIERT DAS LADEN ZUHAUSE  

Unser Kooperationspartner Beegy GmbH hat ein Energiemanagementsystem zur intelligenten Ladesteuerung von Elektroautos entwickelt. Das neue System namens "Hermine" vernetze die lokale Fotovoltaikanlage und den Batteriespeicher mit einer steuerbaren Ladestation, teilte das Mannheimer Unternehmen mit.

So sei es möglich, das Elektroauto bevorzugt mit eigenem Solarstrom zu laden und dabei gegenüber ungeregeltem Laden mit Netzbezug signifikante Einspareffekte von durchschnittlich 600 Euro im Jahr zu erzielen. Mit ihrem Angebot richte sich Beegy laut eigenen Angaben an Energieversorger, Automobilhersteller, Hersteller von Energiekomponenten sowie andere Unternehmen. Verfügbar sei das White-Label-Produkt ab Herbst 2018. Kunden könnten es dann unter ihrer eigenen Marke anbieten.

Der optimierte Ladevorgang starte über die "Hermine"-App für das Smartphone. Der Nutzer müsse den Zeitpunkt eingeben, zu dem das E-Auto geladen sein soll. Dann berechne die App - unter Berücksichtigung von Wetterprognosen sowie dem üblichen Verbrauch im Haushalt - den eigenverbrauchsoptimierten Ladevorgang für den jeweils verfügbaren Zeitraum und steuere die einzelnen Komponenten. Ist nicht ausreichend Solarstrom verfügbar, werde Strom aus dem öffentlichen Netz ergänzt. So sei garantiert, dass das Auto zum Abfahrtszeitpunkt stets den gewünschten Ladestatus erreicht. 


Quelle: Daniel Zugehör/ energate

DB ENERGIE
MIT 10.000 KUNDEN

Frankfurt (energate) - Seit Anfang Juni können Stromkunden über eine App zur Deutsche-Bahn-Tochter DB Energie wechseln. Die Verbraucher könnten wahlweise ein Handyfoto oder ein PDF ihrer aktuellen Stromrechnung hochladen, erläuterte Anne Zajusch, Leiterin des Profitcenters Energievertrieb und Marketing, im Gespräch mit energate.

Die App ermittele dann die Preisdifferenz des alten Anbieters zum DB-Strom-Angebot. "Wir wollen die Wechselprozesse für Strom so einfach und so transparent wie möglich gestalten", führte Zajusch weiter aus. Der Kunde solle "ganz nebenbei zum Beispiel beim Kaffeetrinken" zur DB Energie wechseln können. Um Transparenz sicherzustellen, biete DB Energie zudem ein Wechseltracking an. Wenn der Kunde wolle, könne er nachsehen, wie weit der Wechselprozess bereits gediehen sei.

10.000 Ökostrom-Kunden in einem Jahr

Die App sei schon "erstaunlich oft runtergeladen" worden und es gebe über sie "eine gute Anzahl von Abschlüssen", sagte Zajusch weiter, ohne konkrete Zahlen zu nennen. DB Energie war am 28. Juni 2017 - also vor genau einem Jahr - in den Vertrieb von Ökostrom eingestiegen. Seitdem habe es knapp über 10.000 Anmeldungen gegeben. Die Anzahl der Kunden, die bereits beliefert werden, liege momentan noch knapp darunter. Mit diesen Kundengewinnen habe das Unternehmen sein selbst gestecktes Ziel erreicht, innerhalb eines Jahres eine fünfstellige Kundenzahl zu erreichen.

  DB Energie bietet Privatkunden zwei Vertragsvarianten an, die beide nur online erhältlich sind: Ein- und Zwei-Jahresverträge. Die Zwei-Jahresverträge werden laut Zajusch etwas besser angenommen. "Ich glaube, der überwiegende Teil der Haushaltskunden will sich nicht jedes Jahr mit dem Thema befassen", so ihre Einschätzung. Zudem seien die Wechselprämien für zwei Jahre attraktiver. Als Wechselboni bietet DB vor allen Bahnprämien wie Bahncards, DB Reisegutscheine oder Bahnbonus-Punkte an. Allerdings seien die Boni nur ein "schönes Add-on". "Der Preis muss passen und zwar für das erste, zweite, dritte und vierte Jahr", sagte Zajusch. Lockangebote gebe es nicht. Entsprechend räumte sie ein, dass DB Energie "nicht das günstigste Produkt auf dem Markt" habe. Preislich lägen die Grünstromprodukte aber unter den Grundversorgungstarifen. 

Künftig auch Nicht-Bahnkunden im Fokus

Hauptzielgruppe von DB Energie seien Bahnkunden. "Die sind in der Regel auch ökoaffin." So werbe DB Energie etwa über Plakatwerbung in den Bahnhöfen und in den Zügen, erläuterte Zajusch. Die Reisezentren, in denen man Fahrkarten kaufen kann, seien aber von der Werbung ausgeschlossen, da die Bahn hier ihre Kunden nicht überfrachten wolle. Auf der Internetseite der Deutschen Bahn finde sich ebenfalls Werbung für die beiden Ökostrom-Produkte, bei Stromvergleichsportalen seien diese hingegen nicht gelistet. Künftig wolle DB Energie verstärkt auf Online-Werbung und soziale Netzwerke wie Facebook setzen. Zudem erhofft sich die DB-Tochter, dass die Programme "Kunden werben Kunden" und "Mitarbeiter werben Kunden" vermehrt Abschlüsse generieren - auch dank der App. Damit wolle man auch Kunden außerhalb der Hauptzielgruppe erreichen, so Zajusch.

  Die Vertriebsleiterin zog ein positives Fazit für das erste Jahr Privatkundenvertrieb: "Wir sind auf einen guten Weg". Für die Zukunft hat sich das Unternehmen weitere ehrgeizige Ziele gesetzt, in spätestens fünf Jahren soll die Anzahl der Kunden sechsstellig sein. Und, so Zajusch: "Wir denken darüber nach, auch in den Gasvertrieb einzusteigen". 


Quelle: Stefanie Dierks/ energate

Energiewende bis 2050
DENA-LEITSTUDIE PLÄDIERT FÜR TECHNOLOGIEMIX

Berlin - Die langfristigen Klimaschutz-Ziele lassen sich mit einem breiteren Technologiemix deutlich kostengünstiger und sicherer erreichen als über eine Vollelektrifizierung. Das ist das zentrale Ergebnis der Leitstudie Integrierte Energiewende, die die Deutsche Energieagentur (Dena) mit mehr als 60 Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft erstellt hat.

Würden neben Elektroautos und elektrischen Wärmepumpen auch synthetische Brenn- und Kraftstoffe aus Ökostrom zum Einsatz kommen, so kostet die Treibhausgasminderung um 95 Prozent bis 2050 laut Studie nur 2.215 Mrd. Euro. Das sind 536 Mrd. Euro weniger als wenn der Energiebedarf in allen Sektoren weitestgehend über Strom gedeckt würde. Bei einer Emissionsreduktion um 80 Prozent beträgt die Kostenersparnis sogar 597 Mrd. Euro. 

Regierung muss Klimaziel präzisieren

Wegen der großen Auswirkungen auf den Technologiemix und die Kosten sollte die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode ihr Klimaziel für 2050 präzisieren, appellierte Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung, bei der Studienpräsentation in Berlin. Die Regierung hatte ihr 2050-Ziel von "80 bis 95 Prozent" bereits 2010 formuliert und im Klimaschutzplan 2016 bekräftigt. Falls sie es mit den UN-Klimaschutzzielen von Paris 2015 ernst meint, werde sie sich am oberen Rand der Spanne orientieren müssen, steht für Kuhlmann fest. In dem Fall müsse man aber auch einen breiteren technologischen Ansatz wählen. 

95 Prozent nur mit CCS und CCU

Deshalb ruft auch die Dena-Leitstudie die heiklen Themen CCS und CCU wieder auf. Nur mit der unterirdischen Speicherung oder dem Recycling von jährlich 16 Mio. Tonnen CO2 des Industriesektors lasse sich das 95-Prozent-Ziel erreichen. In den Zwischenergebnissen der Dena-Studie im Oktober (energate berichtete) war CCS/CCU noch ausgeschlossen, wohlwissend um die Vorbehalte der Öffentlichkeit. Folglich ging man davon aus, maximal 91 Prozent erreichen zu können. Nach schwierigen Diskussionen im Partnerkreis der Studie einigte man sich schließlich darauf, die Möglichkeit im Sinne der Zielerreichung doch zuzulassen. 

PtX-Importe ersetzen Netzausbau

Die Technologiemixszenarien sind laut Dena auch robuster, weil sie stärker auf bestehende Infrastrukturen aufbauen und auf mehr gesellschaftliche Akzeptanz stoßen. In den Elektrifizierungsszenarien wären dagegen mehr Flächen für den Ausbau von Wind- und Solaranlagen und ein stärkerer Ausbau des Stromnetzes erforderlich. Den Bedarf Deutschlands an synthetischen Brenn- und Kraftstoffen über sogenannte Power-to-X-Verfahren im Jahr 2050 von 150 bis 908 Mrd. TWh decken laut Studie zum großen Teil Importe. Um den Power-to-Gas-Markt hierzulande anzustoßen, sollte Deutschland bis 2030 Anlagen mit 15.000 MW Gesamtleistung installieren. 


Quelle: Steven Hanke/ energate

Hohes Tempo bei neuen Gesetzen - Laufzeitverlängerung für Atomkraft?

Berlin (energate) - Frei nach dem Motto "Der Markt wird's schon richten" bemühte sich das politische Berlin in dieser Woche um mehr Wettbewerb im Energiemarkt. Dabei legten sie ein zum Teil ungewohnt hohes Tempo an den Tag.

Berlin (energate) - Frei nach dem Motto "Der Markt wird's schon richten" bemühte sich das politische Berlin in dieser Woche um mehr Wettbewerb im Energiemarkt. Dabei legten sie ein zum Teil ungewohnt hohes Tempo an den Tag. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) etwa schnürte, um Zeit zu sparen, gar ein Bündel aus EEG, KWK- und Energiewirtschaftsgesetz. Die Änderungsvorschläge sollen gesammelt am 9. Mai ins Kabinett, zeigte ein Referentenentwurf aus Altmaiers Haus. Beim EEG will sein Ministerium beispielsweise die Höchstzuschläge bei Solarausschreibungen von 8,91 auf 6,50 Cent/kWh reduzieren. Zeitkritisch ist das, weil die nächsten EEG-Ausschreibungen quasi bevorstehen und die EU-Beihilferechtler ja noch ein Wörtchen mitzureden haben.

Gleiches Recht für alle will der Bundestag auch der Bürgerenergie angedeihen lassen und ihr die bisherigen Sonderkonditionen bei den Wind-Ausschreibungen streichen. Diese sollen befristet außer Kraft gesetzt werden, die Ausschüsse beraten. Noch eine Gesetzesänderung kommt nun: das Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMoG). Das Bundeskabinett hat entschieden, somit sollen ab 2019 die Übertragungsnetzentgelte stufenweise bis 2023 angeglichen werden. Von einem "längst überfälligen Schritt" sprach Ingrid Nestle, energiewirtschaftliche Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion. Doch offenbar zu spät: denn laut Nestle reicht dieser nicht mehr, um die Netzentgelte noch gerecht zu gestalten. 

Laufzeitverlängerung für Atomkraft? 

Passend zur Spargelzeit diskutierte der Bund mit Vertretern der Windbranche die Stärkung der Windenergie an Land. Gemäß Koalitionsvertrag solle es hier einen "besseren Interessenausgleich" zwischen Branche, Naturschutz und Anwohnern geben. Branchenvertreter brachten ins Wirtschaftsministerium mehrere Ideen mit, darunter die einer Sonderabgabe von Parkbetreibern an die jeweilige Kommune - eine Art "Windpfennig". Das Ministerium bestätigte zwar den fachlichen Austausch, betonte aber, dass es "derzeit noch keinerlei Festlegungen" des Bundes dazu gebe. 

Notfalls können wir uns auch weiter mit Atomkraft versorgen. Denn der Bund denkt darüber nach, Forderungen nach Schadensersatz für entgangene Gewinne durch den Atomausstieg nicht nur mit barer Münze, sondern auch mit einer Verlängerung der Laufzeiten einzelner Kraftwerke zu befriedigen. Zumindest würden unterschiedliche Varianten erörtert. Am Geld sollte es indes nicht scheitern. Allein die Zinsen für brachliegende Mittel des Energie- und Klimafonds (EKF) müssten erheblich sein. Eigentlich sollte der EKF Programme etwa im Bereich Energieeffizienz ankurbeln. Doch obwohl die Programme nur bis 2020 laufen, sind nach zwei Jahren knapp zwei Mrd. Euro "einfach liegen geblieben", monierte die Opposition. Es sei zu bürokratisch, zu unattraktiv in puncto Kosten-Nutzen und - ja, auch das ist noch immer ein Problem in einer digitalisierten Gesellschaft - es gebe zu wenig Informationen darüber.


Quelle: energate/ Daniel Zugehör

Kundennähe neu erleben

Thüga Energie eröffnet neue interaktive Kundenservice-Filiale in Pfullendorf.Als regionaler Energieversorger setzt die Thüga Energie seit vielen Jahren auf Kundennähe und geht in Pfullendorf dazu ganz neue Wege.

Als regionaler Energieversorger setzt die Thüga Energie seit vielen Jahren auf Kundennähe und geht in Pfullendorf dazu ganz neue Wege. Als erster Energieversorger bundesweit eröffnet das Unternehmen im Stadtzentrum eine interaktive Kundenservice-Filiale, an der Kunden per Videoübertragung zu allen Fragen rund um die Strom- und Erdgasversorgung beraten werden. „Unsere Kunden können damit auf eine persönliche Beratung vor Ort zu erweiterten und durchgängigen Öffnungszeiten vertrauen“, sagt Dr. Markus Spitz, Geschäftsführer der Thüga Energie.

Den neuen Service können Kunden in den Räumen der Volksbank Pfullendorf in der Hauptstraße 32 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr kostenlos nutzen „Für unsere Kunden haben wir damit eine sehr gute und komfortable Lösung geschaffen“, freut sich Dr. Markus Spitz. Für die gelungene Kooperation dankte er dem Vorstand der Volksbank Pfullendorf.

Die Beratung funktioniert ganz einfach und unterscheidet sich nur minimal von der in einem normalen Kundencenter: Beim Betreten des geschützten Videoraumes sieht der Kunde seinen Ansprechpartner bereits auf einem Bildschirm und wird von ihm begrüßt sowie nach dem Anliegen gefragt. Eine Anmeldung oder Freischaltung ist nicht notwendig, damit Fragen zum aktuellen Vertrag oder zu Preisvergleichen beantwortet werden können. Worauf die Thüga Energie besonderen Wert legt: Auf dem Bildschirm erscheint keine Computerfigur, sondern ein realer Mensch, der sich per Videoübertragung in Echtzeit den Anliegen der Kunden annimmt.

„Uns ist eine persönliche Kundenbetreuung und die Präsenz vor Ort sehr wichtig“, unterstreicht Geschäftsführer Dr. Markus Spitz. „Als Grundversorger betreuen wir in Pfullendorf sehr viele Haushalte und Unternehmen mit Erdgas und wollen ihnen die Möglichkeit geben, persönlich mit Kundenberatern zu sprechen, ohne dafür extra nach Singen ins Kundencenter kommen zu müssen.“ Mit der Videoberatung habe man eine sehr gute Lösung gefunden, die zudem längere Servicezeiten möglich macht. Im Bereich der Energiedienstleistungen betritt die Thüga Energie damit Neuland. Im Bankbereich wird der interaktive Service dagegen unter anderem von der VR Bank Südpfalz erfolgreich eingesetzt, in der die Thüga Energie einen zuverlässigen Kooperationspartner für das Projekt gefunden hat.

Freundliche Beratung per Videoübertragung von Ihrer Thüga Energie

Der Kunde betritt innerhalb der Filiale einen geschützten Raum.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die Thüga Energie GmbH ist der regionale Strom- und Erdgasversorger für die Regionen Hegau-Bodensee, Allgäu-Oberschwaben und Rhein-Pfalz. Wir möchten unseren Kunden als Energiepartner vor Ort eine umwelt- und klimagerechte Energieversorgung zu günstigen Konditionen bieten. Dazu gehören auch Energie-Dienstleistungen, die dem Kunden Kostenvorteile bringen. Weitere Infos unter www.thuega-energie.de.

Das Unternehmen gehört zur Thüga-Gruppe, dem deutschlandweit größten kommunalen Netzwerk lokaler und regionaler Energieversorger. Mehr unter www.thuega.de.

Ergebnisse der gemeinsamen Ausschreibung von Wind- und PV-Anlagen

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat heute (12.04.2018) die Zuschläge der ersten gemeinsamen Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen erteilt.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat heute (12.04.2018) die Zuschläge der ersten gemeinsamen Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen erteilt. "Es haben ausschließlich Gebote für Solaranlagen Zuschläge erhalten. Im Wettstreit setzt sich eben die Technologie durch, die zu den geringsten Kosten anbieten kann", erklärte BNetzA-Präsident Jochen Homann. Gemäß Mitteilung wurden 32 Zuschläge für Gebote in einem Umfang von 210 MW erteilt. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 4,67 Cent/kWh. In der letzten reinen PV-Ausschreibung lag dieser bei 4,33 Cent/kWh. Der niedrigste Zuschlagswert liegt bei 3,96 Cent/kWh; der höchste Zuschlagswert beträgt 5,76 Cent/kWh. Von den Geboten, die einen Zuschlag erhalten haben, bezogen sich 5 in einem Umfang von 31 MW auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten in Bayern und 3 mit einem Umfang von 17 MW in Baden-Württemberg.

In dem Ausschreibungsverfahren wurden die sog. Verteilernetzausbaugebiete als Instrument eingeführt. Diese Sonderregelung hatte keine erheblichen Auswirkungen auf die erfolgreichen Projekte, so die BNetzA. Die meisten Zuschläge befinden sich in den Verteilernetzausbaugebieten. Die bei der BNetzA eingegangenen Gebote hatten ein Volumen von 395 MW. Damit war das Ausschreibungsvolumen von 200 MW doppelt überzeichnet. Der mengengewichtete Gebotswert betrug für Solaranlagen 4,82 Cent/kWh und für Windenergieanlagen an Land 7,23 Cent/kWh. 

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Thomas Bareiß, erklärte: "Das Ergebnis dieser gemeinsamen Ausschreibung zeigt, dass die Solarenergie in Deutschland derzeit sehr wettbewerbsfähig ist. Wir brauchen insgesamt einen ausgewogenen Mix der erneuerbaren Erzeugungstechnologien.“



https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2018/20180412_GEMA18_1.html?nn=265778

gründen.digital@fiw
Insights erfolgreicher Gründer der Fakultät IW

Freitag, den 20. April 2018
9:00 Uhr - 14:00 Uhr im Raum H 1.1 
der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt 
am Sanderheinrichsleitenweg 20 in 97074 Würzburg

Mobirise

Interessante Seite mit vielen wissenswerten Informationen zur Energiewende

Das Umweltbundesamt hat auf seiner Homepage sehr wissenswerte Fakten zum Umbau der deutschen Energiewirtschaft hin zur regenerativen Erzeugung zusammengetragen. 

Das Umweltbundesamt hat auf seiner Homepage sehr wissenswerte Fakten zum Umbau der deutschen Energiewirtschaft hin zur regenerativen Erzeugung zusammengetragen. Auf der Seite können interessierte Leser beispielsweise Kartenmaterial mit allen Erzeugungsstandorten und den Höchstspannungstrassen einsehen oder eine Liste mit allen konventionellen und regenerativen Kraftwerken ab 100 MW elektrischer Leistung herunterladen.

Der wachsende Anteil erneuerbarer Energien im Stromversorgungssystem steigert die Anforderungen an eine flexible bedarfsorientierte Strombereitstellung. Für eine sichere Elektrizitätsversorgung müssen Stromangebot und -nachfrage stets ausgeglichen sein. Diese Anforderungen verändern die Struktur des Kraftwerksparks, der vor allem Grundlaststrom aus konventionellen Energieträgern bereitstellt.


Kraftwerksleistung aus konventionellen Energieträgern
ab 10 Megawatt nach Bundesländern

Kraftwerke und Verbundnetze


https://www.umweltbundesamt.de/daten/energie/konventionelle-kraftwerke-erneuerbare-energien#textpart-1

Warum wir einen radikalen Systemwechsel brauchen

Die Uhr tickt. In 30 Jahren stoßen wir an eine Grenze, an der die Dynamik des Erdsystems für uns katastrophale Folgen haben könnte, warnen Forscher der Max-Planck-Gesellschaft. Eine sehr kurze Zeit für eine globale Energiewende. Ein Weckruf.  

Die Uhr tickt. In 30 Jahren stoßen wir an eine Grenze, an der die Dynamik des Erdsystems für uns katastrophale Folgen haben könnte, warnen Forscher der Max-Planck-Gesellschaft. Eine sehr kurze Zeit für eine globale Energiewende. Ein Weckruf.

Alte Kraftwerke zu modernisieren ist kein fauler Kompromiss – so erkaufen wir uns Zeit zur Lösung wichtiger Probleme.

Energiewenden hat es seit der Entstehung des Lebens auf der Erde gegeben. Sie waren fast immer mit revolutionären Veränderungen verbunden, etwa als Bakterien lernten, chemische Energie aus Sonnenlicht zu gewinnen. Vor etwa 2,4 Milliarden Jahren entwickelte sich eine Bakterienart, die eine spezielle Art der Photosynthese betrieb, nämlich eine, die Sauerstoff freisetzte. Es ist die vielleicht wichtigste Stoffwechsel-Revolution auf unserem Planeten, da sie es Organismen erlaubte, Energie direkt aus Sonnenlicht und Wasser zu erzeugen und somit die Entwicklung des Lebens völlig neu gestaltete. War Sauerstoff für bis dahin vorherrschende Lebensformen Gift, bildete es für die neu entstehenden die Grundlagen ihrer Existenz, so auch für den Menschen. Auch in der Menschheitsgeschichte waren Energiewenden mit revolutionären Veränderungen verbunden, zum Beispiel als im 19. Jahrhundert die Nutzung fossiler Brennstoffe der industriellen Revolution einen wesentlichen, bis heute anhaltenden Schub verlieh.

Auch diese Revolution hatte unerwünschte Nebeneffekte, die sich insbesondere in Veränderungen der Atmosphäre niederschlagen: im Anstieg von Treibhausgasen, der zu einer globalen Erwärmung führt. Wenn wir nicht einfach die Antwort der biologischen Evolution auf diese Veränderung abwarten wollen, die langfristig auch das Ende unserer Spezies bedeuten könnte, benötigen wir eine neue globale Energiewende. Die Uhr tickt. Weltweit liegen die CO2 Emissionen bei rund 35 Milliarden Tonnen jährlich. Spätestens, wenn wir die Atmosphäre noch mit weiteren 1000 Milliarden Tonnen anreichern, stoßen wir an eine Grenze, an der die Dynamik des Erdsystems für uns katastrophale Folgen haben könnte. Das gibt uns noch circa 30 Jahre – eine sehr kurze Zeit für eine globale Energiewende.


Die Sonne liefert Energie gratis 

Dass wir diese Wende dringend brauchen, heißt allerdings nicht, dass wir auch in der Lage sind, sie zu bewerkstelligen oder auch nur den richtigen Weg dorthin zu erkennen. Eine Voraussetzung dafür ist jedenfalls, der Versuchung zu widerstehen, die von allzu einfachen Lösungen ausgeht. Sie sind oft von einem blinden Glauben an die unbegrenzten Möglichkeiten von Wissenschaft und Technik getragen. Aus historischer Perspektive zum Beispiel erscheint der verbreitete Glaube daran, große Mengen CO2 sicher in der festen Erdkruste einlagern zu können, ebenso naiv wie die Überzeugung des 19. Jahrhunderts von der Atmosphäre als einem praktisch unbegrenzten Gefäß, in dem sich industrielle Abgase schon irgendwie auflösen würden.

Die Energiewende in Deutschland geht von der Nutzung erneuerbarer Energien aus. Das ist zweifellos der richtige Weg. Die durch die Sonne gelieferte Energie ist im Prinzip gratis. Wenn wir sie richtig nutzen, bietet sie die Chance einer kostenlosen Flatrate. Hierin liegt also nicht nur die Möglichkeit, den Klimawandel durch Verzicht auf fossile Brennstoffe zu begrenzen, sondern auch ein ungeheures ökonomisches Potential. Wer es zu nutzen versteht, schafft die Wirtschaft der Zukunft, eine Wende von einer ökonomischen Bedeutung, die jener der digitalen Revolution kaum nachstehen dürfte.

Der Umbau des gegenwärtigen Energiesystems ist allerdings nicht ohne ebenso radikale politische, soziale und ökonomische Veränderungen denkbar. Alle Energietransformationen waren letztlich Energierevolutionen. In der Naturgeschichte hat die Entwicklung der Photosynthese als neuer Mechanismus für die Energieversorgung von Zellen zugleich zu einer radikalen Umgestaltung des Erdsystems geführt. In der menschlichen Geschichte waren oft Kriege die Treiber solcher radikalen Erneuerungsprozesse. So war zum Beispiel der Erste Weltkrieg auch ein Sieg des Erdöls der Alliierten über die deutsche Kohle und beschleunigte umgekehrt den Übergang von der Kohle zum Öl.


Bedarf es einer weiteren Katastrophe als Weckruf?

Im Vergleich zur digitalen Revolution spielt beim Umbau des Energiesystems die Hardware eine entscheidendere Rolle, und damit auch die damit verbundenen wirtschaftlichen Interessen und Pfadabhängigkeiten.

Können wir den Umbau des Energiesystems auch ohne Krieg und Not als Treiber schaffen? Reicht es, dass in Deutschland die Katastrophe von Fukushima den Anstoß für die gegenwärtige Energiewende gegeben hat? Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieversorgung hat seitdem jedenfalls erheblich zugenommen. Doch trotz erheblicher Investitionen wurde bisher kein CO2-Molekül weniger in die Atmosphäre abgegeben. Das versprochene Klimaziel einer Reduzierung der Emissionen bis 2020 wurde bei den Sondierungsgesprächen zur Großen Koalition aufgegeben. Die „Handlungslücke“ beträgt 120 Millionen Tonnen CO2. Auch die weiteren Klimaziele erscheinen ohne ein radikales Umsteuern gegenwärtig unerreichbar. Bedarf es also einer weiteren Katastrophe als Weckruf oder verfügen wir einfach nicht über die Technologien, um eine echte Energiewende zu bewirken?

Die Antwort ist komplizierter als diese einfache Alternative nahelegt. Zunächst muss man ernst nehmen, dass die Energiewende ein ganzes System betrifft, das ökonomische, politisch-regulative und technisch-wissenschaftliche Komponenten hat. Eine Katastrophe als Weckruf würde uns nicht einfach die benötigten Technologien bescheren. Andererseits würde die Entwicklung neuer Technologien nicht automatisch zu den notwendigen politischen und wirtschaftlichen Veränderungen führen. Wir brauchen eine radikale Veränderung dieses Systems, wie sie oft nur bei Kriegen und Revolutionen auftritt. Zugleich aber muss ein Energiesystemwandel so rational gestalten werden, wie es Kriege und Katastrophen normalerweise nicht gestatten.

Deshalb kommt es zuerst einmal darauf an zu verstehen, wie das gegenwärtige Energiesystem funktioniert und was ein neues leisten muss. Ein zukünftiges Energiesystem muss langfristig stabil und kurzfristig resilient sein, das heißt den Ausgleich von Schwankungen – bedingt etwa durch Tag und Nacht – erlauben. Es muss auf den verfügbaren Ressourcen aufbauen. Es muss klima- und umweltverträglich sein, insbesondere einen möglichst geschlossenen Kohlenstoffkreislauf einschließen. Es muss eine sozial akzeptable Versorgung mit Energie gewährleisten. Und es muss in den nächsten 20 bis 30 Jahre realisierbar sein. Einige dieser Anforderungen müssen auch in einer Übergangszeit erfüllt sein.

Warum hat die bisherige Energiewende die Erwartungen nicht erfüllt? Das liegt nicht nur an einer zögerlichen Politik, sondern auch an einem mangelnden Verständnis der Funktionsweise eines Energiesystems. Entscheidend ist die Einsicht, dass es zwei grundsätzlich verschiedene Komponenten umfasst: eine, die eine konstante Grundlast trägt und gegenwärtig von den konventionellen Energieträgern und der Kernenergie gewährleistet wird, und eine andere, die die „volatilen“, das heißt ständigen Schwankungen unterworfenen erneuerbaren Energiequellen Sonne und Wind beisteuern.

Da der Bedarf an Energie nicht gesunken ist und ohne die Grundlastkomponente keine resiliente Energieversorgung möglich ist, hat der steigende Anteil erneuerbarer Energien nichts an der wesentlichen Abhängigkeit des gegenwärtigen Energiesystems von den konventionellen Energieträgern geändert. Mit dem Wegfall der Kernenergie wird diese Abhängigkeit noch steigen. Andererseits führt der steigende Anteil erneuerbarer Energien zu Netzengpässen und Überlastkapazitäten, die im schlimmsten Fall zu einem Blackout führen können. Dass dies bisher nicht geschehen ist, liegt nicht zuletzt an der Bereitschaft unserer Nachbarländer, deutsche Stromüberkapazitäten kurzfristig aufzukaufen.

Das Versagen der gegenwärtigen Energiewende liegt also daran, dass sich an der Grundlastkomponente wenig geändert hat. Das hat Gründe, die einerseits in technischen und politischen Problemen wurzeln, die aber andererseits einen prinzipiellen Charakter haben. Der prinzipielle Grund liegt darin, dass die volatile Komponente eines Energiesystems die Grundlastkomponente nicht einfach ersetzen kann, man also weiterhin auf letztere angewiesen ist.


Wir müssen alte Kraftwerke modernisieren und effizienter nutzen

Die technischen und politischen Gründe für den mangelnden Erfolg der Energiewende hängen mit dem Fehlen einer Regelungsstruktur zusammen, die es erlauben würde, die durch konventionelle Träger gelieferte Energie immer dann zu drosseln, wenn die erneuerbaren für die Versorgung ausreichen. Die Verwirklichung einer solchen Struktur hängt nicht nur von technischen Fragen wie Lastmanagement und dezentralen Smart Grids ab, sondern auch von der Überwindung politischer und ökonomischer Hindernisse. Dazu zählen etwa gesetzliche Profitgarantien für bestimmte Energieanbieter (zum Beispiel Biogasabnahmegarantien für Bauern), das Fehlen einer „Ausspeisevergütung“ oder anderer wirtschaftlicher Anreize für das Herunterfahren konventioneller Energieträger sowie fehlende Anreize für Investitionen in die Modernisierung konventioneller Kraftwerke, die den CO2-Ausstoß um die Hälfte reduzieren könnte.

Die effizientere Nutzung konventioneller Energien durch neue Regelungen und Modernisierung ist ein dringend notwendiger Zwischenschritt auf dem Weg zu einem radikalen Umbau des Energiesystems. Denn ihr gegenwärtiger Abbau, sowie die verschleißende Weiternutzung ineffizienter alter Kraftwerke, macht angesichts der Volatilität der erneuerbaren Energien einen Blackout absehbar, in dessen Folge unweigerlich der Ruf nach dem Wiedereinschalten von Kohle- und Atomkraftwerken laut werden wird.

Der Vorschlag einer solchen Zwischenlösung mag überraschend klingend, richtet er sich doch an anderen Kraftlinien aus als die eingefahrenen politischen Diskurse. Er hat jedenfalls nichts mit einem politischen Kompromiss zu tun. Durch einen solchen Zwischenschritt würden wir uns vor allem die Zeit erkaufen, die zur Lösung der noch offenen Probleme nötig ist. Sie sind gleichermaßen wissenschaftlich-technischer, politischer und wirtschaftlicher Art. Neben der bereits genannten Notwendigkeit einer Effizienzsteigerung werfen vor allem die Speicherung und der Transport von Energie solche offenen Fragen auf. Von ihrer Beantwortung hängt letztlich ab, wie stark die volatile Komponente relativ zur Grundlastkomponente ist.


Überregulierung blockiert den Umbau

Genau in diesen Bereichen aber gibt es den größten wissenschaftlichen und technischen Handlungsbedarf, insbesondere was die Möglichkeiten der chemischen Energiespeicherung betrifft. Denn die Nutzung der fossilen Energieträger Kohle und Gas bedeutet ja nicht nur die Ausbeutung über Jahrmillionen aufgespeicherter Sonnenenergie. Kohle und Gas bieten außerdem den Vorteil von Energieträgern mit enorm hoher Energiedichte, der auch einem zukünftigen Energiesystem zugute käme, etwa wenn es gelänge, Energie effektiv in Wasserstoff zu speichern. Zugleich eröffnen sich neue Fragen der Gestaltung eines auf neuen chemischen Energieträgern beruhenden globalen Energiemarktes. Wie etwa lässt sich die hohe Sonneneinstrahlung in den Sun Belts dieser Welt in einen solchen Markt einbeziehen? Welche Rolle können große Waldgebiete für die Speicherung von Energie in Biomasse spielen?

Eine besondere Herausforderung ist die Entwicklung neuer Steuerungsmechanismen. Viele Handlungsmöglichkeiten werden bislang durch Überregulierung blockiert. Neue Regelungsmöglichkeiten müssten erst erprobt werden. Doch dazu bräuchte es eine Art Experimentierklausel für den Umbau des Energiesystems. Hier sind bisher hauptsächlich wirtschaftliche und politische Mechanismen diskutiert worden, ohne zu sehen, dass sie letztlich nur verschiedene Antworten auf die grundlegendere Frage bieten: Wie kann kollektives Handeln durch Wissen über lokale und globale Randbedingungen des Erdsystems gesteuert werden? Das ist die Frage nach der Möglichkeit einer Wissensökonomie, die sich weder auf intransparente technokratische Steuerung noch ausschließlich auf die durch mächtige Einzelinteressen oft verzerrten Automatismen des Marktes verlässt.

Das gegenwärtige Energiesystem beruht auf einer technischen Infrastruktur, die – im Sinne einer Plattform – bestimmte Funktionen wie die Konversion, Speicherung und Übertragung von Energie ermöglicht, während sie andere Funktionen wie die Herstellung eines geschlossenen Kohlenstoffkreislaufs nicht garantieren kann. Wie der Biologe Manfred Laubichler gezeigt hat, lassen sich die Energierevolutionen des Erdsystems als „Plattformwechsel“ verstehen: Innerhalb weniger Jahrzehnte brauchen wir eine völlig neue Plattform, die Klimaneutralität ermöglicht und zugleich alle anderen Anforderungen an ein Energiesystem erfüllt. Sie wird voraussichtlich zugleich die Grundlage für eine Vielfalt von Innovationen bieten, und damit auch fundamental neue wirtschaftliche und soziale Möglichkeiten eröffnen.


Europa ist auf ein Energiesystemwechsel angewiesen

Auf welcher Skala lassen sich die besprochenen Probleme wirksam angehen? Die Antwort wird weitgehend durch die Struktur des Energiesystems selbst bestimmt. Auch das Energiesystem ist letztlich ein globales Netzwerk. Dennoch lassen sich Teilnetze ausmachen, für die sich Regelungsmöglichkeiten durch Industrie- und Infrastrukturpolitik, durch Gesetzgebung sowie durch öffentlichen Diskurs eröffnen. Hier sind Nationalstaaten ebenso sowie supranationale Gebilde wie die Europäische Union gefragt.

Die naturräumlichen Bedingungen in Amerika unterscheiden sich erheblich von denen Europas und damit auch die Interessenlagen hinsichtlich eines zukünftigen Energiesystems. In den USA gibt es keinen Mangel an Sonnenenergie wie in Deutschland, und man wird dort auch noch weitaus länger als bei uns von fossilen Brennstoffen leben können. In Deutschland und Europa dagegen besteht das größte Interesse an einem Energiesystemwechsel. Die Alternative wäre eine steigende Abhängigkeit von Energieimporten, insbesondere aus Russland und China, und damit der Verzicht auf entscheidende Gestaltungsmöglichkeiten. Denn ist eine solche Abhängigkeit erst etabliert, sinken auch hier die Chancen für einen Systemwechsel aus eigener Kraft. Daher ist nicht nur aus klimapolitischer Sicht, sondern auch aus geopolitischen Gründen jetzt der richtige Zeitpunkt, um einen massiven Systemumbau in Angriff zu nehmen. Das Fenster für diese Chance könnte bald zugehen.

Die Schaffung einer neuen Energieplattform würde die Möglichkeit eröffnen, in Bezug auf ökonomische Abhängigkeiten den Spieß umzudrehen, und nicht die Energie, sondern die Komponenten eines neuen Energiesystems zu einem internationalen Exportschlager zu machen. Wir sollten auf eine offene Zukunft setzen, das dazu notwendige neue Wissen erarbeiten und innovative Technologien als Teil einer neuen klimaneutralen Plattform entwickeln. Eine solche wird allerdings nicht durch eine zögerliche Energiewende entstehen, sondern kann nur das Ergebnis einer nationalen und europäischen Anstrengung sein. Zugleich könnte ein neues Energiesystem in Deutschland und in Europa zu einem Musterfall für den weltweit notwendigen Umbau werden. Insofern wäre neue Energie für Deutschland auch ein Beitrag zur Lösung der globalen Nachhaltigkeitsprobleme.


QUELLE: JÜRGEN RENN & ROBERT SCHLÖGL, DER TAGESSPIEGEL, ONLINE-AUSGABE VOM 05. MÄRZ 2018

Gas- und Stromverteiler befürworten neue Tarifstruktur

Die europäischen Verteilnetzbetreiber sprechen sich für eine neue Struktur bei den Netzentgelten aus. Die Entgelte für die Netznutzung sollten künftig stärker auf der Kapazität oder Last beruhen als auf dem Energieverbrauch. 

Das fordern die Branchenverbände Eurelectric, Eurogas, Gedode, Cedec und Edso in einem Positionspapier, das sie jüngst in Brüssel vorstellten (energate berichtete). Arbeitspreise spiegeln nicht die tatsächlichen Kosten im Netz wider, betonen die Verbände in dem Papier. Die würden vielmehr durch die erforderliche Spitzenlast verursacht. Daran sollte sich eine neue Tarifstruktur orientieren.

Beispiel: Tarif entlang einer Kapazitätsbandbreite

Als Beispiel nennen die Netzbetreiber einen Tarif, der sich nach einer Kapazitätsbandbreite richtet. Wer diese Bandbreite überschreitet, muss extra zahlen. "Derjenige, der Extrakosten verursacht, sollte mehr als die anderen bezahlen", heißt es in dem Papier. Dieses Prinzip soll eine möglichst effiziente Auslastung der Netze anreizen. Zudem versprechen sich die Netzbetreiber davon Impulse für zusätzliche Flexibilität im Netz. Etwa wenn der Nutzer eines E-Autos über seinen Tarif angehalten wird, den Ladevorgang netzdienlich über einen längeren Zeitraum zu strecken. "Eine gut konzipierte Tarifstruktur sollte die Entwicklung von Flexibilität fördern, anstatt sie zu blockieren", schreiben die Verbände.

Regulierer regen Modellversuche an

  Von den europäischen Regulierern gab es bei der Vorstellung des Positionspapiers in Brüssel nur eine verhaltene Reaktion auf den Vorstoß der Netzbetreiber. "Natürlich müssen auch wir mit der Zeit gehen", sagte Louise van Rensburg vom britischen Regulator Ofgem und zugleich Mitglied in Rat der europäischen Energie-Regulierer (CEER). "Aber wir müssen erst einmal sehen, wie solche Tarife in der Praxis funktionieren", betonte sie. Das könnten beispielsweise einzelne Mitgliedstaaten durch Modellversuche zeigen. Eine generelle Änderung der Tarifstruktur könne Investoren abschrecken, mahnte van Rensburg. Florian Ermacora von der EU-Kommission verwies zudem darauf, dass eine Reihe von Mitgliedstaaten gar keine regulatorische Flexibilität wollen.  


Quelle: energate/ Christian Seelos

Für den Energiemarkt relevanten Passagen des Koalitionsvertrages

Der 177-seitige Koalitionsvertrag beschreibt auf den Seiten 71 bis 74 unter der euphemistischen Kapitel-Überschrift „Erfolgreiche Wirtschaft für den Wohlstand von morgen“ in Unterkapitel 3 die erzielten Verhandlungsergebnisse zum Thema Energie. 

Während an anderer Stelle teilweise bis ins kleinste Detail Regelungen vereinbart wurden (Bsp Kapitel 5/ Absatz 1 „(…) Für eine Anwendung des § 16h Sozialgesetzbuch II wollen wir ab 2019 50 Millionen Euro jährlich zur Verfügung stellen“) bleiben die Ausführungen zum Thema Energie eher vage. 

So soll der Anteil der erneuerbaren Energien auf 65% im Jahr 2030 steigen. Als eine der wenigen konkreten Aussagen werden dazu Sonderausschreibungen für 2019 und 2020 von je 4 GWh angekündigt, allerdings unter der Bedingung, dass „die Aufnahmefähigkeit der entsprechenden Netze vorhanden ist“.

Weiter forciert werden soll das Thema „Mieterstrom“. Hierzu heißt es: „Wir werden die bestehende Mieterstromregelung optimieren, in dem der Verlust der tradierten gewerbesteuerlichen Behandlung von Wohnungsbaugenossenschaften vermieden wird, um nachhaltige Mieterstrommodelle zu ermöglichen.“ Nachfolgend die gesamten Ausführungen zum Thema Energie:

Wir wollen im Energiebereich die Rahmenbedingungen so setzen, dass die Energiewende zum Treiber für Energieeffizienz, Modernisierung, Innovationen und Digitalisierung im Strom-, Wärme-, Landwirtschafts- und Verkehrssektor wird, ohne die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Deutschland zu gefährden. Die dafür erforderliche Versorgungssicherheit muss durch entsprechende Rahmenbedingungen auch am deutschen Energiemarkt zuverlässig gewährleistet sein. Die Einbettung der Energiewende in den europäischen Zusammenhang eröffnet die Chance, die Kosten zu senken und Synergien zu nutzen. Wir wollen zusätzliche Wachstums- und Beschäftigungschancen in Deutschland und Exportchancen für deutsche Unternehmen auf internationalen Märkten. Zentrale Orientierung bleibt das energiepolitische Zieldreieck von Versorgungssicherheit, verlässlicher Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit.

Wir werden die internationale Energiezusammenarbeit ausbauen, um die Vorreiterrolle Deutschlands bei der Energiewende international zu nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu unterstützen. Um die deutsche Wirtschaft weltweit zu vernetzen, werden wir verstärkt die internationalen Formate (z. B. G7, G20) sowie die internationalen Energieinstitutionen (z. B. IEA, IRENA) nutzen. Wir werden weitere bilaterale Energiepartnerschaften entwickeln, mit dem Ziel, der deutschen Industrie den Marktzugang zu erleichtern und die weltweite Energiewende voranzubringen. 

Eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende und Klimaschutzpolitik ist ein weiterer zielstrebiger, effizienter, netzsynchroner und zunehmend marktorientierter Ausbau der Erneuerbaren Energien. Unter diesen Voraussetzungen streben wir einen Anteil von etwa 65 Prozent Erneuerbarer Energien bis 2030 an und werden entsprechende Anpassungen vornehmen. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss deutlich erhöht werden, auch um den zusätzlichen Strombedarf zur Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehr, in Gebäuden und in der Industrie zu decken.

Vorgesehen sind Sonderausschreibungen, mit denen acht bis zehn Millionen Tonnen CO2 zum Klimaschutzziel 2020 beitragen sollen. Hier sollen je vier Gigawatt Onshore-Windenergie und Photovoltaik sowie ein Offshore-Windenergiebeitrag zugebaut werden, je zur Hälfte wirksam in 2019 und 2020. Voraussetzung ist die Aufnahmefähigkeit der entsprechenden Netze.

Die Herausforderung besteht in einer besseren Synchronisierung von Erneuerbaren Energien und Netzkapazitäten. Wir halten an dem Ziel der einheitlichen Stromgebotszone in Deutschland fest. Wir werden eine bessere regionale Steuerung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien einführen und für die Ausschreibungen südlich des Netzengpasses einen Mindestanteil über alle Erzeugungsarten festlegen. Wir werden die Akteursvielfalt auch künftig sicherstellen, aber ausschließlich bundesimmissionsschutzrechtlich genehmigte Projekte an Ausschreibungen teilnehmen lassen. 

Wir wollen durch eine stärkere Marktorientierung der Erneuerbaren Energien Investitionen in Speichertechnologien und intelligente Vermarktungskonzepte fördern. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit in allen Teilen Deutschlands weiterhin sicherzustellen und die EEG- und Systemkosten so gering wie möglich zu halten.

Offshore-Wind-Energie hat eine industriepolitische Bedeutung für Deutschland und kann auch zur Kostensenkung beitragen. Wir setzen uns deshalb für ein nationales Offshore-Testfeld ein, mit dem wir die Offshore-Potenziale in der Energiewende erforschen werden. 

Wir werden:

  • Anstrengungen zum Ausbau und zur Modernisierung der Energienetze unternehmen. Zu diesem Zweck werden wir einen ambitionierten Maßnahmenplan zur Optimierung der Bestandsnetze und zum schnelleren Ausbau der Stromnetze erarbeiten. Es geht darum, mit neuen Technologien und einer stärkeren Digitalisierung, aber auch mit einer besseren Zusammenarbeit der Netzbetreiber die vorhandenen Netze höher auszulasten. Wir werden das Netzausbaubeschleunigungsgesetz novellieren und vereinfachen. Notwendig sind auch ökonomische Anreize für eine Optimierung der Netze;
  • mehr Akzeptanz für den Netzausbau schaffen und zu dessen Beschleunigung beitragen, indem wir mehr Erdverkabelung insbesondere im Wechselstrombereich und dort vor allem an neuralgischen Punkten, soweit technisch machbar, ermöglichen. Die politischen Vereinbarungen unserer Parteivorsitzenden („Eckpunkte für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende“) vom 1. Juli 2015 gelten fort;
  • die Verordnung zur Umsetzung der bereits beschlossenen bundesweit einheitlichen Übertragungsnetzentgelte unverzüglich erarbeiten;
  • mit einer Reform der Netzentgelte die Kosten verursachergerecht und unter an- gemessener Berücksichtigung der Netzdienlichkeit verteilen und bei Stromverbrauchern unter Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit mehr Flexibilität ermöglichen;
  • unter Anerkennung der zunehmenden Verantwortung der Stromverteilnetzbetreiber den Regulierungsrahmen weiterentwickeln, um Investitionen in intelligente Lösungen (Digitalisierung) – gerade auch im Bereich der Verteilnetze – zu flankieren;
  • im Rahmen des gesetzlichen Monitorings die Bezahlbarkeit von Energie und die Versorgungssicherheit regelmäßig bewerten. Außerdem werden wir jedes Jahr überprüfen, wie sich die Netzengpässe entwickeln, und ab Anfang 2019 daraus den notwendigen Handlungsbedarf ableiten (Stresstests);
  • beim weiteren Ausbau der Windenergie an Land einen besseren Interessenaus- gleich zwischen Erneuerbaren-Branche einerseits und Naturschutz- und Anwohneranliegen andererseits gewährleisten;
  • durch eine bundeseinheitliche Regelung beim weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien (EE) die Standortgemeinden stärker an der Wertschöpfung von EE- Anlagen beteiligen und die Möglichkeiten einer Projektbeteiligung von Bürgerinnen und Bürgern verbessern, ohne dass dies insgesamt zu Kostensteigerungen beim EE-Ausbau führt. Wir werden die bestehende Mieterstromregelung optimieren, indem der Verlust der tradierten gewerbesteuerlichen Behandlung von Wohnungsbaugenossenschaften vermieden wird, um nachhaltige Mieterstrommodelle zu ermöglichen;
  • die Kopplung der Sektoren Wärme, Mobilität und Elektrizität in Verbindung mit Speichertechnologien voranbringen. Dafür müssen die Rahmenverbindungen an- gepasst werden. Stadtwerke und Verteilnetzbetreiber haben durch ihre Nähe zu Energieversorgern und Verbrauchern sowie dem öffentlichen Nahverkehr eine Schlüsselposition in der Sektorkopplung. Für Speicher wollen wir entsprechende Forschungs- und Fördermittel bereitstellen. Deutschland soll wieder Standort für Batteriezellproduktion werden. Wir wollen ein Fraunhofer-Institut für Speichertechnologien einrichten und vorhandene Kompetenzen einbinden. Die Wasserstofftechnologie wollen wir stärken;
  • prüfen, inwieweit zukünftig nicht mehr benötigte Kraftwerksstandorte für große thermische Speicher-Kraftwerke genutzt werden können. Wir werden die unter- schiedliche Belastung von gespeicherter Energie prüfen und vereinheitlichen. Wir werden Speichern die Möglichkeit eröffnen, mehrere Dienstleistungen gleichzeitig zu erbringen, etwa Regelenergie und Mieterstrom. Wir werden Wärmespeicher insbesondere für Quartiers- und Siedlungslösungen unterstützen;
  • die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) weiterentwickeln und umfassend modernisieren, so dass sie im Rahmen der Energiewende eine Zukunft hat. Wir werden die Kraft-Wärme-Kopplung CO2-ärmer ausgestalten und flexibilisieren. Wir wollen KWK-Anlagen und die Fernwärmeinfrastruktur ausbauen und effizienter machen;
  • die Planung und Finanzierung von Energieinfrastrukturen – einschließlich der bestehenden Gas- und Wärmeinfrastruktur für die Sektorkopplung – so reformieren, dass die verschiedenen Infrastrukturen koordiniert energiewendetauglich und kosteneffizient weiterentwickelt werden;
  • Deutschland zum Standort für LNG-Infrastruktur machen.
Wir werden unter breiter Beteiligung eine ambitionierte und sektorübergreifende Energieeffizienzstrategie des Bundes erarbeiten und darin das Leitprinzip „Efficiency First“ verankern mit dem Ziel, den Energieverbrauch bis zum Jahr 2050 um 50 Prozent zu senken. Den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) werden wir basierend auf den Ergebnissen des Grünbuchs Energieeffizienz weiterentwickeln und schnellstmöglich umsetzen. Bestehende Programme zur Förderung der Energieeffizienz wollen wir evaluieren und bei Bedarf nutzergerecht optimieren. Wir wollen die Fördermittel auf dem derzeitigen Niveau stabilisieren.
Wir werden die Energieforschung vermehrt auf die Energiewende ausrichten. Gemeinsam mit der Wirtschaft und der Wissenschaft werden wir neue Formate der Vernetzung schaffen, die uns helfen, die Wertschöpfung und die klügsten Köpfe in Deutschland zu halten. Dazu wollen wir u. a.:

  • im Rahmen der Energieforschung gezielt öffentliche Mittel zur Entwicklung CO2- armer Industrieprozesse bzw. zur CO2-Kreislaufwirtschaft bereitstellen,
  • den Übergang von Forschung zu Demonstration und Markteinführung unterstützen und die „Reallabore“ (z. B. Power to Gas/Power to Liquid) als weitere Säule der Energieforschung ausbauen,
  • den Zugang zu der Forschungsförderung für Start-ups deutlich erleichtern.

Lieferanten lenken bei modernen Messeinrichtungen ein

Düsseldorf (energate) - Die überwiegende Mehrheit der Lieferanten ist bereit, die Kosten für eine moderne Messeinrichtung beim Endkunden mit abzurechnen. Diese Erfahrung hat Bernd Wiesmann, Regulierung Netzzugang, beim Konzern Innogy gemacht, wie er auf der "Jahrestagung Zähl- und Messwesen aktuell" in Düsseldorf berichtete.

Meist überwiege das Interesse, den Kunden durch eine separate Rechnung in Höhe von 20 Euro "nicht aufzustören", erläuterte Wiesmann. In den Fällen, wo sich ein Lieferant bisher geweigert hat, rechnet Innogy mit dem Anschlussnehmer direkt mit einer Papierrechnung ab.

Die Branche streitet schon lange darum, wer wem was beim Einbau moderner Messeinrichtungen und intelligenter Zähler zahlt. Die Bundesnetzagentur hat sich aus diesem Disput herausgehalten und im Lieferantenrahmenvertrag keine Regeln aufgestellt (energate berichtete). Oder wie es Wiesmann ausdrückte: "Die Bombe ist gekommen, aber es stand nichts drin". Innogy nutzt den vom BNE heftig kritisierten Mustervertrag der Verbände BDEW/VKU, "heilt diesen aber mit einer Ergänzung", so Wiesmann. Dies schränke das Wahlrecht nach den Vorgaben der Wechselprozesse im Messwesen (WiM) nicht ein. 


Auch Jost Eder, Rechtsanwalt bei der Kanzlei BBH, hätte sich konkrete Hinweise von der Bundesnetzagentur gewünscht. "Wir haben mehrere Anrufe von Netzbetreibern in der Woche erhalten: Der Lieferant will nicht unterschreiben, was soll ich tun?", so Eder. BBH hat inzwischen ein eigenes Vertragsmuster erarbeitet, das beide Seiten überzeugen soll. Auch nach Erfahrung der Kanzlei ist die überwiegende Zahl von Lieferanten bereit, die moderne Messeinrichtung mit abzurechnen. Nicht zuletzt, weil die Preise vergleichbar mit den Ferrariszählern sind. Zu bedenken gab Eder aber, dass der Vorsteuerabzug nicht ganz unproblematisch sei.

Einheitliche Frist für moderne Messeinrichtungen

Die grundzuständigen Messstellenbetreiber haben Einbaupflichten für moderne Messeinrichtungen und später auch für intelligente Messsysteme zu erfüllen, damit sie ihre Grundzuständigkeit nicht verlieren. Innerhalb von drei Jahren müssen zehn Prozent der Ausstattungsvorgaben erfüllt sein. "Wir haben uns für eine pauschale Frist zum 30. Juni 2020 entschieden, damit diejenigen die sich früh angemeldet haben, keinen Nachteil haben", erläuterte Kristina Heitmann, Referentin der Bundesnetzagentur, auf der Veranstaltung. Fast alle Netzbetreiber hatten sich bis zum Stichtag am 30. Juni 2017 als grundzuständiger Messtellenbetreiber angemeldet (energate berichtete). Wann und wie die Pflichten für die intelligenten Messsysteme kommen, konnte Heitmann nicht beantworten: "Ich bitte um Geduld, wir können hier noch nichts sagen." Die Branche wartet nach wie vor darauf, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) drei unabhängige Gateway-Hersteller zertifiziert, damit der Rollout starten kann. /mt


Quelle: energate/ Michaela Tix

Bundesumweltamt: Deutschland verfehlt Emissionsziele

2016 wurden in Deutschland insgesamt 909,4 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Das sind 2,6 Mio. Tonnen mehr als 2015 und die zweite Steigerung in Folge. Dies zeigen Berechnungen, die das Umweltbundesamt (UBA) jetzt an die EU berichtet hat.

2016 wurden in Deutschland insgesamt 909,4 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Das sind 2,6 Mio. Tonnen mehr als 2015 und die zweite Steigerung in Folge. Dies zeigen Berechnungen, die das Umweltbundesamt (UBA) jetzt an die EU berichtet hat. Insbesondere seien die Emissionen des Verkehrs erneut angestiegen und liegen mit 166,8 Mio. Tonnen wieder oberhalb der Emissionen des Jahres 1990, teilte die Behörde gestern mit. Den größten Anteil mit 96% daran hat der Straßenverkehr. Grund dafür sei, dass immer mehr Güter auf der Straße transportiert werden. "Wir brauchen ein Umsteuern im Verkehr", erklärte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.

Die größten CO2-Minderungen gab es mit 4,6 Mio. Tonnen in der Energiewirtschaft, obwohl die Stromexporte gestiegen sind. Der Energiesektor macht mit 332,1 Mio. Tonnen im Jahr aber immer noch den Großteil der Emissionen aus (36,5%). Das UBA rät dazu, Braun- und Steinkohlekraftwerke, die älter als 20 Jahre sind, nur noch mit maximal 4.000 Volllaststunden pro Anlage pro Jahr laufen zu lassen. Zudem sollten mindestens 5 GW der ältesten und ineffizientesten Braunkohlekraftwerke ganz stillgelegt werden. 

Sonst bestehe die Gefahr, dass die Klimaziele für 2020 verpasst werden. 2016 hat Deutschland seine Emissionen nur um 27,3% gegenüber 1990 senken können. Die von der Bundesregierung für 2020 angestrebte Minderung von 40% wird voraussichtlich deutlich verfehlt, so das UBA. Wie der "Tagesspiegel" gestern berichtete, verpasst Deutschland sein EU-Klimaziel für 2020 in den Bereichen, die nicht zum Europäischen Emissionshandel gehören – etwa im Verkehr, im Gebäudebereich und in der Landwirtschaft. Deutschland müsse deshalb voraussichtlich anderen Staaten Emissionsrechte abkaufen.



Quelle: https://www.umweltbundesamt.de

Steht die Blockchain in der Energiewelt vor dem Aus?

Die Blockchain hat nach Ansicht von Experten das Potenzial die Energiewelt umzukrempeln. Der Beauftragte für Informationssicherheit bei SMA erklärt gegenüber photovoltaik, warum das neue Digitalisierungsgesetz der Bundesregierung dies konterkariert.

Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende verpflichtet die Hersteller zur stufenweisen Installation von Smart-Meter-Gateways. Dadurch wird eine neue Infrastruktur für Daten aufgebaut. „Wenn es wirklich dazu kommt, dass alle Geräte ausschließlich über das verpflichtend zu installierende Smart-Meter-Gateway kommunizieren müssen, wird auch die Kommunikation zu allen Blockchain-Anwendungen darüber laufen müssen“, meint Marek Seeger, Beauftragter für Informationssicherheit bei SMA. Das Gesetz sei nur recht vage formuliert. Das Gesetz gebe zwingend eine zentralisierte, sternförmige Dateninfrastruktur vor. Zudem würde das Sicherheitskonzept des BSI für eine lange Zeit festgeschrieben – und Innovationen ausgebremst, bemerkt Seeger.

Ein solcher Anwendungsfall sei zum einen nie in die Spezifikationen bei der Entwicklung der Gateways geflossen, weiß Seeger. Zum anderen müsste eine solche Kommunikation zusätzlich entgeltlich abgerechnet werden, da sie im Gesetz als Zusatzdienstleitung definiert sei. „ Das führt das ganze Anwendungsmodell der Blockchain ab absurdum. Vermutlich würde das kein Nutzer akzeptieren“, sagt Seeger.

Blockchain und IT-Sicherheit 

Denn jede Kommunikation könne auf Basis des Gesetzes abgerechnet werden. Dadurch würden jedoch unverhältnismäßige Kosten entstehen und der Wettbewerb im Keim erstickt. Sollten allerdings andere Kommunikationswege, außer über das Smart-Meter-Gateway zugelassen werden, sei das gesamte Sicherheitskonzept obsolet, betont der IT-Sicherheitsexperte. Das Digitalisierungsgesetz kann demnach das Aus für die Blockchain bedeuten, folgert Seeger.

Für die Energiewende sei aber eine dezentrale Datennetzarchitektur für Monitoring, Steuerung und Handel nötigt, meint Seeger. Statt einer bestimmten Architektur sollten verbindliche, moderne Mindeststandards für Sicherheit definiert werden.



Quelle: Zeitschrift photovoltaik; https://www.photovoltaik.eu/article-799098-30021/steht-die-blockchain-in-der-energiewelt-vor-dem-aus-.html

Erneuerbaren-Anteil liegt 2017 bei über 36 Prozent

Wind onshore weiterhin stärkste Erneuerbaren-Quelle / Druck auf Netzausbau steigt.

Die Erneuerbaren Energien werden 2017 voraussichtlich über 36 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland decken. Zu diesem Ergebnis kommen das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einer ersten Schätzung. Demnach könnten bis Jahresende fast 217 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen erzeugt werden. Das wäre ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr: 2016 lag der Anteil der Erneuerbaren Energien mit 188 Mrd. kWh noch bei 31,6 Prozent des Bruttostromverbrauchs.

Prozentual gesehen verzeichnet die Stromerzeugung aus Windkraft offshore den größten Anstieg: sie steigt voraussichtlich um 49 Prozent auf gut 18 Mrd. kWh (2016: 12,3 Mrd. kWh). Nachdem die Stromerzeugung aus Wind onshore 2016 einen leichten Rückgang verzeichnete, legt sie 2017 voraussichtlich um 21 Mrd. kWh zu und erreicht gut 87 Mrd. kWh - das entspricht einem Anstieg von über 31 Prozent (2016: 66,3 Mrd. kWh). Mit einem Anteil von über 40 Prozent an der Stromerzeugung aus Erneuerbaren bleibt die Windenergie an Land weiterhin mit Abstand die stärkste Erneuerbaren-Quelle. Auf Platz 2 und 3 folgen Biomasse mit fast 24 Prozent (davon fast 3 Prozent biogener Anteil im Abfall) und Photovoltaik mit über 18 Prozent.   

Die voraussichtliche Entwicklung der Stromerzeugung aus weiteren Erneuerbaren-Quellen für 2017 im Überblick: Anstieg der Photovoltaik um mehr als 4 Prozent auf fast 40 Mrd. kWh (2016: 38,1 Mrd. KWh), Anstieg von Biomasse und Abfall (biogener Anteil) um über 1 Prozent auf gut 51 Mrd. kWh (2016: 50,9 Mrd. kWh). Die Stromerzeugung aus Wasserkraft geht aufgrund der geringen Niederschläge in der ersten Jahreshälfte 2017 um etwa 4 Prozent auf knapp 20 Mrd. kWh zurück (2016: 20,5 Mrd. kWh). 

"Bereits jetzt haben die Erneuerbaren das von der Bundesregierung im Energiekonzept für 2020 gesteckte Ziel von 35 Prozent Erneuerbaren-Anteil am Bruttostromverbrauch übertroffen. Das ist eine gute Nachricht für den Klimaschutz. Damit der Strom aus Erneuerbaren umfänglich genutzt werden kann, müssen wir jedoch den Ausbau der Nord-Süd-Leitungen mit Hochdruck vorantreiben. Der Netzausbau muss mit dem Erneuerbaren-Ausbau eng verzahnt werden", erklärt Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung. 

"Der Ökostromanteil am Stromverbrauch ist in den vergangenen fünf Jahren um fast 13 Prozentpunkte gewachsen. In den vergangenen 15 Jahren beträgt der Zuwachs sogar 28 Prozentpunkte. Das ist in der Tat eine Erfolgsgeschichte", sagt Prof. Dr. Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW. "Hinzu kommt, dass die aktuelle dynamische Entwicklung keine Erhöhung der EEG-Umlage zur Folge hatte - diese konnte für 2018 sogar leicht gesenkt werden. Jetzt sollte die Politik die Rahmenbedingungen so gestalten, dass auch die nächsten Ausbauziele erreicht werden." Das gelte insbesondere für die beiden anderen Sektoren Wärme und Mobilität, so Staiß weiter. Dort stagniert der Anteil Erneuerbarer Energien seit Jahren bei 6 Prozent (Verkehr) und 13 Prozent (Wärme).


Quelle: https://www.bdew.de/presse/presseinformationen/erneuerbaren-anteil-liegt-2017-bei-ueber-36-prozent/

SUBITO erweitert die
PALMER-GRUPPE

Würzburg und Mörfelden-Walldorf, 7. Dezember 2017: Mit dem Beitritt der SUBITO AG zur PALMER GRUPPE Ende November 2017 wurde ein strategischer Meilenstein für die weitere Entwicklung der beteiligten Unternehmen gelegt.

Kernkompetenzen der PALMER GRUPPE sind IT- Lösungen und Prozessdienstleistungen für die Energie- und Wohnungswirtschaft. Durch den Erwerb der SUBITO, dem Software- und Consultingspezialisten im Finanzdienstleistungsbereich ergeben sich vielfältige Synergien und Skaleneffekte. Die Kunden profitieren von einem erweiterten Leistungsangebot, insbesondere im Hinblick auf die Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse.

Die Geschäftspotenziale der bisherigen Zielmärkte Energie- und Wohnungswirtschaft auf der einen, und Finanzwirtschaft auf der anderen Seite, sollen durch die sich ergänzenden Leistungsportfolien noch besser genutzt werden. So rundet die SUBITO GRUPPE mit ihren Lösungen für das Kredit- und Forderungsmanagement das Kerngeschäft Abrechnungs- und Prozessdienstleistungen der PALMER GRUPPE optimal ab. Mit ihren innovativen Entwicklungs- und Projektmanagement-Kompetenzen wird die erweiterte PALMER GRUPPE die passenden Lösungen zur Digitalisierung der Geschäftsprozesse anbieten.

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